Wegweiser

Sicher ist es Ihnen auch schon einmal so ergangen: Sie befinden sich auf einem Wander- oder Radreiseweg und sind sich nach einer Weile unsicher, ob Sie noch zielführend unterwegs sind, weil schon seit längerer Zeit keine Hinweisschilder oder Markierungen mehr zu sehen waren. Dann plötzlich tritt große Erleichterung ein: In einiger Entfernung kann man an einer Gabelung einen Wegweiser ausmachen. Man beschleunigt seinen Schritt oder Tritt, wirft den Rucksack ab und studiert neugierig die aufgeführten Hinweise auf Zielorte und Wegstrecken. Meistens stellt man zufrieden fest, dass man doch noch auf dem „rechten Pfad“ ist und setzt, oft nach einer kleinen Pause, frohen Mutes seinen Weg zu Fuß oder per Rad fort.

Trotz aller elektronischen Navigationshilfen, die ja auch nicht immer zuverlässig sind (speziell dann, wenn man sich auf schmalen Wegen in der Natur befindet), geht nichts über einen Wegweiser, der uns quasi schwarz auf weiß oder mit farbigen Emblemen mit Richtungs- und Zielangaben eindeutige Orientierung und Sicherheit gibt.
Vermutlich ahnen Sie nach diesen einführenden Worten bereits, wie die Überschrift der neuen „use“-Ausgabe lautet, nämlich: „Wegweiser“. In zwei Beiträgen wird das Thema historisch betrachtet: Wir werfen einen Blick zurück in das 19. Jahrhundert, als Wege oft einem Hindernisparcours glichen und die Nutzung besonderen Regeln unterworfen war. Weiter springen wir in die 1950er/60er Jahre, als Straßenkarten und Autoatlanten uns den Weg wiesen.

Aktuell kann man die richtungsweisende Bedeutung von Infotafeln und Markierungen auf den Routen des Bargerveens im Bourtanger Moor per Rad oder auf einer Wanderung erleben. Speziell für Kinder wurden im Osnabrücker Land „gedruckte Wegweiser“ aufgelegt: Bunte Hefte informieren über Interessantes und Besonderes in der Region. Auch Menschen können Wegweiser bzw. besser gesagt wegweisend sein. Wir stellen den bedeutenden Staudenzüchter Ernst Pagels aus Leer vor, der in seiner Gärtnerei schon früh konsequent biologisch-ökologisch gearbeitet hat und uns über 100 Züchtungen hinterlassen hat. Auch die nur alle zehn Jahre stattfindende Floriade in den Niederlanden zeigt im gärtnerischen Spektrum zukunftsweisende Akzente und Projekte. Schließlich stellen wir den Regio-Store in Osnabrück vor; die Betreiber verbinden dabei Bioprodukte aus der Region mit moderner computergesteuerter Vermarktung rund um die Uhr. Bäume als Unikate der Natur können, über viele Jahrzehnte gewachsen, ebenfalls markante Orientierungspunkte bilden. Wir stellen mit der Rotbuche den Baum des Jahres 2022 vor.

So hoffen wir, liebe Leserin, lieber Leser, dass das neue „use“-Heft Sie durch ein möglichst angenehmes Spätjahr begleiten möge, und vielleicht kommen Sie ja schon bald an einen Wegweiser, der Sie zu einem besonders schönen Ziel lockt.
Oder Sie halten es mit Kurt Tucholsky: „Als ich wieder aufwache, sagt mir der Wegweiser unter den Bäumen, wo ich bin.“

In jedem Fall wünschen wir Ihnen eine schöne Zeit!
Das Team der “use”

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